Der Meister (Rinzai) sprach zu den Mönchen: „Ihr, die ihr dem Weg folgt, bezüglich dem Buddha-Dharma ist keine künstliche Anstrengung erforderlich. Seid einfach natürlich, bemüht euch nicht (*Buji).

Scheissen, urinieren, Kleider anziehen,
Nahrung essen, und wenn müde sich hin legen.
Narren mögen mich auslachen, aber die Weisen verstehen.

Ein alter Weiser sagte:

Wenn du etwas ausserhalb deiner selbst suchst,
Bist du ein grosser Narr.

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*Buji:  Nichts zu tun, frei sein von Absichten, alles erledigt haben. Die Person, die nichts zu tun hat, ist der edle Mensch.

Aus den Anmerkungen des Übersetzers:
Bu bedeutet nicht, oder Verneinung. Ji meint Event, Angelegenheit, Tat, Erscheinung, Affäre oder Ding. Wörtlich bedeutet Buji alle Ji zu verneinen. (…) Wenn wir die wahre Natur des Universums vollkommen erkennen, sehen wir, dass Ji in Wirklichkeit nichts anderes ist als Buji. Es gibt nichts zu tun, ganz gleich wie sehr wir uns bemühen. Von einer leicht anderen Perspektive aus gesehen lautet die getreueste Übersetzung von Buji Jetzt, oder so-wie-es-ist. In diesem Moment, kannst du Jetzt-heit, oder so-wie-es-ist verbessern? Natürlich nicht. Gerade jetzt, kannst du, oder können deine Umstände anders sein? Wenn du verstehst, dass der jetzige Moment Alles ist was es gibt, dann hast du keine Wahl als zu einer radikalen Akzeptanz zu finden. Und es ist diese radikale Akzeptanz die nichts anderes ist als wahrer Frieden und echte Gelassenheit. Buji bedeutet Eins zu sein mit Soheit, meint die bedingungslose Natur von „Let it be“ (lass es sein), nichts wollend, ohne Überflüssiges.

«Mein Verhältnis zum Tod ist eine natürliche Erwartungshaltung.»

Interview von Taikyu Sandy Kuhn Shimu. Nachzulesen in ihrem Buch «Im Angesicht des Todes – und jetzt?»

Shôkan Oshô Marcel Urech wurde 1949 in Basel geboren. Seit über 30 Jahren praktiziert er Zen. Seit 1991 ist er Schüler von Eido Shimano Roshi, Abt des «Dai Bosatsu Zendo Kongo-ji» im amerikanischen Bundesstaat New York, in dem Shôkan Oshô Marcel Urech sechs Jahre lang als Rinzai-Zen-Mönch trainierte. 2008 wurde Shokan von Eido Roshi als «Oshô», als Zen-Lehrer, anerkannt. Zurzeit leitet er das Shôgen-Dôjo in Zürich, in dem er regelmässig unterrichtet. Ich bin sehr dankbar, dass Shôkan Oshô Marcel Urech bereit war, meine Fragen zum Thema «Leben, Sterben und Tod» auf eine äusserst ehrliche, direkte und offene Art und Weise zu beantworten. Seine Ansichten und Äusserungen sind eine groasse Bereicherung, gerade weil Shôkan Oshô Marcel Urech sowohl mit der westlichen als auch mit der östlichen Betrachtungsweise und dem Umgang mit diesem Thema vertraut ist. Ich schätze Shôkan Oshô Marcel Urech als meinen spirituellen Lehrer sehr.

Wann bist du zum ersten Mal mit dem Tod konfrontiert worden?

Als ich die ersten Male mit dem Tod zu tun hatte, war ich etwa 6 oder 7 Jahre alt. Es betraf Tiere, die wir zu Hause in Terrarien oder Aquarien hielten, die dann eines Tages einfach bewegungslos da waren. Meine Eltern erklärten mir, dass sie tot seien. Das war für mich ziemlich natürlich, und ich war nicht sonderlich beeindruckt.

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Weshalb nur ist die endlich gewordene Schöpfung und Offenbarung (Samsara) so leidvoll und böse?

Aus Gottes Willen.

Wie kann Gott so etwas wollen?

Das ist unerforschlich. Jener Kraft kann kein persönlicher Beweggrund untergeschoben werden; jenem Einen, Unendlichen, Allweisen, Allmächtigen Wesen kann kein Wunsch, kein Zweckwollen zugeschrieben werden. Gott ist von Handlungen, die in seiner Gegenwart geschehen, unberührt; nehmen Sie als Vergleich die Sonne und das, was auf der Welt geschieht.

Es hat keinen Sinn dem Einen, bevor es zu dem Vielen wurde, Verantwortung und Beweggründe zuzuschreiben. Den vorgezeichneten Lauf der Dinge aber als Gottes Willen anzusehen ist eine gute Lösung für das Problem des freien Willens.

Ist der Geist beunruhigt infolge eines Gefühls des unvollkommenen und unbefriedigenden Charakters dessen, was uns zustösst, oder dessen was von uns begangen oder unterlassen wird, dann ist es klug, das Gefühl der Verantwortung und des freien Willens fallen zu lassen, und sich nur als das von dem Allweisen und Allmächtigen bestimmte Werkzeug zu betrachten, und zu tun und zu leiden, wie es Ihm gefällt. Er trägt alle Lasten  –  und schenkt uns Frieden.

Aus einem Dialog mit Ramana Maharshi